
![]()
im März 2011
ist ein Geschenk an Verbum Dei anlässlich des 20- jährigen Bestehens der Gemeinschaft in Venne.
Die Punktmalerei kommt aus Australien. sie ist eine uralte Maltechnik der Aborigines. der Ureinwohner Australiens.
Die Malerin verwendet ausschließlich die vier traditionellen Farben, die, wie auch die zahlreichen Symbole, bestimmte Bedeutungen haben.
Um das Bild besser verstehen zu können, hat die Künstlerin, die sich sowohl mit Australien als auch mit Verbum Dei verbunden fühlt, ihre Gedanken zum Bild zusammengefasst.
Jede Betrachterin und jeder Betrachter ist jedoch auch ausdrücklich eingeladen, das Bild mit eigenen Augen zu sehen.
Das Original hängt im Eingangsbereich des Exerzitienhauses in Venne.
Das Bild: Die Gemeinschaft Verbum Dei in Venne
Der Blick wird zunächst auf den konzentrischen Kreis gelenkt, der vorwiegend in Rot, der Farbe des Feuers und der Kraft gehalten ist. Die Einheit von Rot, Gelb, Schwarz und Weiß strahlt Vollkommenheit und Harmonie aus, wobei die Farbe Weiß, die auch für das Spirituelle steht, sehr hervorsticht.
Der Kreis steht für den Glauben, für des Zentrum des Glaubens, für Gott.
Die einzelnen Mitglieder dieser Gemeinschaft sind dargestellt durch prismenförmige Gebilde, die in den drei Farben Rot, Gelb und Weiß gemalt sind.
In ihrer Ausgestaltung weisen sie sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten auf. So gleicht keine Form der anderen und doch weisen alle die gleiche Punktumrandung auf. Keine Schwester gleicht der anderen und doch leben alle nach den gleichen Glaubensregeln. Sie sind eng verbunden und getragen durch ihren Glauben, ausgerichtet nach innen auf Gott, aber auch ganz offen nach außen, was durch das breiter Werden nach außen hin zum Ausdruck kommt.
Am linken Bildrand ist ein Teil eines Baumes mit Wurzeln zu sehen, rechts ragt ein Baumzweig in das Bild. Die wellenförmige und vielfarbige Punktführung vermittelt Lebendigkeit, pulsierendes Leben.
Die Bäume stehen hier symbolisch für die Gläubigen, die in Venne in der Gemeinschaft ihren Glauben stärken. Sie stehen aber auch für den alten Baumbestand, der diesen Ort bereichert.
In der unteren Bildecke rechts ist das Wasser dargestellt, das mehrere Bedeutungen hat.
Zum einen kann es das Wasser sein, das das Hauptgebäude umgibt. Erkennbar sind auch die Brücken, die eine schwarzweiße Linienführung aufweisen.
Zum anderen symbolisiert es die Verbindung zwischen den Gläubigen, es führt sie zusammen. Aber auch die Verbreitung des Glaubens ist damit gemeint sowie der lebendige Austausch, was durch die starke Wellenführung angedeutet ist.
Die Linien, die das Zentrum, also Gott, mit der Gemeinschaft Verbum Dei und den Gläubigen verbinden, sind wellenförmig in Gelb gemalt, auch um den fließenden Lebens- und Glaubensstrom zu verdeutlichen, der zwischen ihnen besteht. Nur am oberen Bildrand erfährt dieser Strom keine Begrenzung. Es ist nicht ganz klar, wohin er führt, vielleicht zu den Gläubigen, die bis jetzt noch nicht erreicht werden konnten.
Die einzelnen roten Punkte entlang dieser Ströme stehen für Impulse, für Gebete, für Botschaften, für kraftvollen, wechselseitigen Austausch. Der Glaube lebt durch die Gläubigen wie auch die Gläubigen durch den Glauben leben und nur in dieser Einheit und Wechselseitigkeit ist Entwicklung möglich.
Die Offenheit der Gläubigen für die göttliche Botschaft erfährt ihren Ausdruck in der roten Punktführung auf gelbem Untergrund. Hier wird Durchlässigkeit und Aufnahmebereitschaft dargestellt. Impulse und Botschaften können zu den Gläubigen nach innen dringen, sich dort ausbreiten und in einer Vielfalt wirken.
Die roten Punkte auf gelbem Grund, die den Kreis umschließen, stehen für den Grundsatz von Verbum Dei, nämlich die Glaubensverbreitung, die Missionierung. Auch das strahlende Gelb, das einen großen Teil des Bildes ausfüllt, steht hier für.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass Venne für mich ein Ort tiefer Glaubenserfahrung ist. Es ist ein Ort des Austausches, der Begegnung, ein Ort der Auseinandersetzung und der Herausforderung, aber auch ein Ort der Stille und des Friedens, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft.
Wenn wir nun noch einmal auf das Bild schauen, so können wir auch eine Sonne erkennen, die alles überstrahlt oder aber ein Auge, das auf uns blickt.
In den Begrenzungen an den Bildrändern links und rechts könnte man auch Hände sehen, die Schutz bieten.
26. März 2011
![]()